Begriffe / Erklärungen

Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte seitens des Arztes

Anorganische Salze: meist wasserlösliche Verbindungen (ohne Kohlenstoff: anorganisch, mit Kohlenstoff: organisch), die im festen Zustand Kristalle bilden (z.B. Kochsalz NaCl oder Kalziumchlorid CaCl2)

Antirheumatika: Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente bei Arthrose und Rheuma

Arthrose: = Osteoarthrose, = Osteoarthritis; Verschleißerkrankung der Gelenke

Arthroskopie: Untersuchung eines Gelenkinnenraumes mittels Endoskop (röhrenförmiges optisches Instrument)

Autoantikörper: Eiweiß, das körpereigene Abwehrzellen angreift und dadurch z. B. Entzündungen :hervorruft

Autoimmunreaktion: das Immunsystem greift körpereigenes Gewebe an

Bechterew-Krankheit: Morbus Bechterew (morbus (lat.): Krankheit, benannt nach dem russ. Neurologen Wladimir M. von Bechterew), rheumatische Erkrankung

Bursae: Schleimbeutel im Synovialgelenk. Dienen als Polster

Chondrozyt: Gelenkknorpelzelle

chronische Polyarthritis: = rheumatoide Arthritis, entzündliche Erkrankung der Gelenkkapselinnenhaut (Synovialis)

Computertomografie (CT): Röntgenverfahren mit computergestützter Bildverarbeitung, bei dem ein Computer eine Vielzahl von in verschiedenen Winkeln angefertigten Röntgenaufnahmen zu scheibenartigen Bildern zusammensetzt

COX-1: Cyclooxygenase-1 (Enzym) hilft bei Bildung von Prostaglandinen, die wichtige Schutz- und Regelungsfunktionen im Körper erfüllen (z.B. Schutz der Magenschleimhaut)

COX-2: Cyclooxigenase-2 (Enzym) ist für die Bildung von Prostaglandinen nötig, die hauptsächlich für Schmerzen und Entzündungen verantwortlich sind

Enzym: Eiweißstoff, der biochemische Reaktionen beschleunigt, auch Biokatalysator genannt

Extension: Streckung. Der Winkel zwischen den beiden betroffenen Knochen wird größer.

Flexion: Beugung. Der Winkel zwischen den beiden betroffenen Knochen nimmt ab.

Hyaluronsäure: Bestandteil der Matrix des Gelenkknorpels, hält Proteoglykane fest

Immunmodulatoren: Substanzen, die in Regulationssysteme des Immunsystems eingreifen, Basistherapeutika bei Rheuma

Kalziumphosphat: wichtigster mineralischer Bestandteil des Knochens, anorganisches Salz

Kollagen: faseriges Gerüsteiweiß, kommt im Bindegewebe, Knorpel, Knochen, Sehnen, Haut vor

Kontraktion: Muskelanspannung, Zusammenziehen

Kortikosteroide: künstlich hergestellte Abkömmlinge des Kortisons, eines körpereigenen Hormons der Nebennierenrinde

Ligament: Gelenkband

Magnetresonanztomografie (MRT): der Computertomographie ähnelnde Untersuchungsmethode, die aber zur Messung Magnetfelder anstelle von Röntgenstrahlen benutzt und noch genauere Bilder liefert

Matrix: Keimschicht

Meniscus, Menisci:,  Gelenkzwischenscheiben. Kissenartige Strukturen aus Faserknorpel im Meniscus,Synovialgelenk: Teilen z.B. im Kniegelenk die Gelenkhöhle in getrennte Räume

Morbus Bechterew: Bechterew-Krankheit (morbus (lat.): Krankheit, benannt nach dem russ. Neurologen Wladimir M. von Bechterew) , rheumatische Erkrankung

Osteoarthritis: = Arthrose, = Osteoarthrose; Verschleißerkrankung der Gelenke

Osteoarthrose: = Arthrose, = Osteoarthritis; Verschleißerkrankung der Gelenke

Osteoblast: Knochenzelltyp, baut die Keimschicht des Knochen auf

Osteoklast: Knochenzelltyp mit mehreren Zellkernen (Riesenzellen), baut Knochengewebe ab

Osteozyt: Knochenzelltyp, Nährstofftransport durch den Knochen

Prostaglandine: Im Körper gebildete Fettsäuren mit vielfältigen Augaben

Proteoglykane: Bestandteil des Gelenkknorpels (Zuckereiweiß)

Psoriasis: Schuppelfelchte, chronische Hauterkrankung

Psoriasis-Arthritis: = psoriatische Arthritis, spezielle Rheuma-Form bei Psoriasis-Patienten

psoriatische Arthritis: = Psoriasis-Arthritis, spezielle Rheuma-Form bei Psoriasis-Patienten

Relaxation: Muskelerschlaffung

Rheumafaktor: Typischer Autoantikörper bei rheumatoider Arthritis

rheumatischer Formenkreis: Gesamtheit rheumatischer Erkrankungen (Gelenkrheumatismus – Arthrose, Weichteilrheuma, rheumatoide Arthritis)

rheumatoide Arthritis: = chronische Polyarthritis (cP), entzündliche Erkrankung der Gelenkkapselinnenhaut (Synovialis)

Schuppenflechte: = Psoriasis, chronische Hauterkrankung mit charakteristischen silbrigen Plaques (Hautauflagerungen)

Synovia: Gelenkflüssigkeit

Synovialgelenk: Gelenk mit eine Gelenkhöhle, die die Gelenkflüssigkeit enthält

Synovialis: Innenhaut der Gelenkkapsel

systemisch: den gesamten Körper betreffend

Zytostatikum: Basistherapeutikum bei Rheuma, Medikament in der Krebstherapie, hemmt die Zellteilung

 

Rückenschmerzen können woher kommen ?

Die menschliche Wirbelsäule ermöglicht uns, zusammen mit unserer Rückenmuskulatur, dauerhaft eine aufrechte Körperhaltung einzunehmen. Dies bietet den Vorteil, dass wir unsere Hände als Werkzeuge einsetzen können. Aber es hat auch Nachteile: Auf den einzelnen Wirbeln lastet im Vergleich zu Vierfüßlern viel Gewicht (33 Wirbel bilden eine Art“Säule auf der der Kopf und ein Teil des Körpergewichts ruhen!) und um die oberen Körperpartien gut bewegen zu können und stets das Gleichgewicht zu behalten, ist viel Muskeleinsatz notwendig. Deswegen gehört die Rückenmuskulatur zur stärksten Muskulatur des Körpers. Sie gewährleistet, dass wir“beide Hände frei und den Kopf immer oben haben“.

Die Wirbelsäule hat natürlicherweise eine leichte S-förmige Krümmung. Bei einer gesunden Wirbelsäule werden Druck und Gewicht dabei kontinuierlich von einem Wirbelkörper zum anderen von oben nach unten weitergegeben. Dies kann man vergleichen mit einem ordentlich aufgestapelten Haufen Bauklötze. Es erleichtert der Rückenmuskulatur sehr die Arbeit, wenn die Wirbel aufeinander lasten und sie möglichst wenig Haltbarkeit leisten muss!

Eine ungesunde Körperhaltung, z. B. ein Hohlkreuz oder ein Rundrücken, lässt sich vergleichen mit einem schlecht gestapelten instabilen Klötzchenturm. Die Rückenmuskeln müssen den ganzen Tag lang Mehrarbeit leisten, um die Körperhaltung zu stabilisieren. Die Zwischenwirbelscheiben (Bandscheiben) und Wirbelkörper werden bei schlechten Körperhaltungen oft punktuell stark belastet, was zu Verschleißerscheinungen und Schmerzen führt. Ein Schmerz in einer bestimmten Körperhaltung führt unbewusst dazu, dass wir eine andere einnehmen, die oft noch anstrengender und ungünstiger zu halten ist als die vorherige, und irgendwann tun die verspannten und überanstrengten Rückenmuskeln selbst weh.

 

Hohlkreuz und Rundrücken

Oft werden Hohlkreuz und Rundrücken als die vermeintlich mühelosesten Haltungen auf Bürostuhl, Sofa und an stehenden Arbeitsplätzen eingenommen. Zum rückengerechten Sitzen und Stehen gehört aber von Anfang an eine gewisse Grund-Muskelspannung im Rücken, die vor allem wenig trainierte Menschen am Anfang als anstrengend empfinden. Hohlkreuz und Rundrücken führen nach längerem Arbeiten zu Muskelverspannungen. Rückenmuskeln als größte Muskelgruppe des Körpers können allein durch eine an sich so harmlose Ursache wie Verspannungen beträchtliche Schmerzen verursachen! Ein Teufelskreis entsteht, in dem die Wirkung – der Muskelschmerz – meist wegen seiner Stärke im Bewusstsein der Betroffenen eine größere Rolle spielt als die Ursache, die falsche Körperhaltung.

 

…und am Bauch liegt´s oft auch

Auch die Bauchmuskulatur muss dafür sorgen, dass die Eingeweide in der Brust- und Bauchhöhle aufeinander lasten und den Druck durch ihr Gewicht schließlich an das knöcherne Becken weitergeben. . Eine schwache Bauchdecke gibt dem Druck der Baucheingeweide nach vorne nach, die Körperachse wird unwillkürlich zur Erhaltung des Gleichgewichts nach hinten verlagert (sonst würde man vornüber kippen!) und schon befindet sich die Wirbelsäule in einer für die Muskulatur anstrengenderen und für Wirbelkörper und Bandscheiben ungesunden Haltung.

 

Ein kleiner Selbsttest

Wenn Sie die Fragen des folgenden Textes richtig beantworten, wissen Sie, was einen gesunden Rücken ausmacht.

Sie sind hier nicht mehr in der Schule, sondern in der Rückenschule. Deswegen sind diese Fragen auch als Auflockerung gedacht und nicht zur Leistungskontrolle, und Sie brauchen ganz bestimmt keine Bücher oder sonstigen Hilfen, um die eine richtige Antwortmöglichkeit zu finden. Ehrenwort, Sie müssen nicht einmal im Internet danach suchen!

Geleitet von den Links können Sie nachlesen und darüber nachdenken, warum die richtigen Antworten richtig und die falschen Antworten falsch sind. Wenn Sie Ihren Lernerfolg wirklich überprüfen wollen, beantworten Sie die Fragen frei im Kopf, ohne die Antworten vorher zu lesen.

 

1. Wie ist der Rücken anatomisch aufgebaut?

Meine Wirbelsäule ist ein starres Rohr, dem Schwerkräfte und die Schwerkraft nichts anhaben können. Darüber liegen meine Rückenmuskeln, die ab und zu mal wehtun; ich verstehe auch nicht, warum.

Zum Rücken gehören die Wirbelsäule, einTurm aus 33-35 untereinander verbundenen Knochen und zahlreiche Muskeln, die diese Wirbelknochen auch beim Stehen, Beugen und Gehen aufeinander halten und gegeneinander bewegen können. Außerdem verlaufen am Rücken auch noch Muskeln, die zur Bewegung und Haltung von Kopf und Armen wichtig sind.

Der Rücken besteht aus drei Schmerzzonen: Oben ist die Zone die wehtut, wenn ich von einer ungünstig liegenden Vorlage etwas abtippe. In der Mitte schmerzt es, wenn ich zu lange Computerspiele mit dem Joystick gespielt habe und unten tut es weh, wenn ich mich zu lange auf meinem Stuhl herumgelümmelt habe anstatt gerade zu sitzen.

Links und rechts von der Wirbelsäule liegen zwei große, flache Muskeln. Sie sind bei Arnold Schwarzenegger sehr schön anzusehen, bei mir dagegen nicht, weil ich kein Bodybuilder bin. Sie sind immer an allem schuld.

 

2. Nennen Sie ein paar wesentliche Faktoren, die an der Entstehung von Rückenschmerzen im Büro beteiligt sind!

Die Einnahme von Zwangshaltungen, z. B. weil die Büromöbel nicht aufeinander abgestimmt sind oder nicht zu den Körpermaßen des Arbeitenden passen oder weil der Bildschirm nicht richtig gelesen werden kann. Auch die dauerhafte Einnahme der vermeintlich bequemen Rundrücken-Haltung führt zu Rückenschmerzen.

Das Wetter, die Laune meiner Büronachbarn und die Farbe meines Sessels.

Ich kenne keine. Ich will mich nicht auch noch damit beschäftigen müssen, woher die elenden Rückenschmerzen kommen, dazu ist schließlich mein Arzt da. Und im Übrigen, was hilft es mir, wenn ich es weiß?

Zu viel Bewegung. Ich würde lieber bei der englischen Tower-Wache arbeiten, da könnte ich stundenlang bewegungslos herumstehen, und mein Rücken wäre bestimmt weniger verspannt.

 

3. Was kann ich selbst gegen Rückenschmerzen beim Sitzen tun?

Mich schon bei leichten Symptomen krankschreiben lassen und im Bett liegen, denn zu viel Bewegung ist schlecht für den Rücken, und nur im Bett kann ich sicher sein, dass ich jede Bewegung vermeide.

Abends nach einem Bürotag vorsichtshalber nur noch auf Kissen gestützt auf dem Sofa herumhängen, denn die Einnahme einer ausgeprägten Rundrücken-Haltung ist gesund.

Viel Haltearbeit mit viel Bewegung ausgleichen. Bei der Arbeit regelmäßig kurz aufstehen, sich dehnen und herumgehen, nach Feierabend Spazieren gehen oder Sport treiben. Bei Schmerzen Wärmeanwendungen und Dehn- und Entspannungsübungen durchführen, anstatt zu Schmerzmitteln zu greifen.

Sofort Schmerztabletten nehmen, denn die sind bei Rückenschmerzen auch schon in kleinen Dosen gut wirksam und helfen auch gegen die Ursache der Rückenschmerzen.

 

4. Wie sollte ein Bildschirmarbeitsplatz aufgebaut sein?

Der Schreibtisch sollte so stehen, dass jeder der hereinkommt, sofort meinen neuen Pullover bewundern kann.

Ich möchte auf jeden Fall beim Arbeiten aus dem Fenster gucken können.

Das Wichtigste ist, dass ich Designer-Möbel bekomme, die nicht jedermann hat.

Der Bildschirm muss sich in Augenhöhe und Tastatur und Maus sich in bequemer Arbeitshöhe und Reichweite befinden. Der Bildschirm muss jederzeit gut lesbar sein, d. h. es dürfen sich auch nicht Fenster oder Deckenbeleuchtung darin spiegeln. Der Stuhl sollte ein Sitzen mit 90° gebeugten Hüften und 90° gebeugten Knien ermöglichen.

 

5. Wie sollte ich am Schreibtisch sitzen?

Wie ein nasser Sack – der muss sich bekanntlich auch nicht anstrengen, um sich halbwegs aufrecht zu halten.

Möglichst aufrecht sitzen. Dazu ganz hinten auf die Sitzfläche des Stuhls setzen, Füße etwa hüftbreit auseinander auf den Fußboden stellen, das Becken leicht nach vorne kippen und die Arme ohne Anstrengung locker an den Seiten herunterhängen lassen. Die Stuhllehne kann phasenweise eine zusätzliche Unterstützung im mittleren und oberen Rücken bieten. Es sollte dabei auf keinen Fall dauerhaft das volle Gewicht des Oberkörpers über den unteren Rücken in die Stuhllehne gedrückt werden.

Brust vorn und Gesäß nach hinten herausdrücken – was so anstrengend und unnatürlich ist, kann doch nicht ganz verkehrt sein, oder?

Ich sollte gar nicht am Schreibtisch sitzen sondern im Chefsessel. Das sieht bei mir in der Praxis nur leider keiner.

 

6. An wen kann ich mich wenden wenn die Rückenschmerzen nicht besser werden?

An meinen Vermögensberater. Vielleicht sollte ich prüfen, ob sich bald ein Vorruhestand an der Costa Brava verwirklichen lässt.

An meinen Hausarzt, mit der Bitte, mir ein besonders starkes Schmerzmittel aufzuschreiben. Rückenschmerzen gehen ja erfreulicherweise meist innerhalb von ein paar Tagen weg, deswegen brauche ich mich auch nicht damit auseinander zu setzen, wo sie herkommen könnten.

An meinen Fitnessclub. Nur ein Bodybuilder-Rücken kennt wirklich keine Schmerzen, deswegen muss ich wohl in den sauren Apfel beißen und täglich mehrere Stunden schwere Geräte- und Hantelübungen machen.

An den Betriebsarzt. Als Arbeitskraft an einem Bildschirmarbeitsplatz habe ich ein Anrecht auf eine Untersuchung meiner Augen, auf regelmäßige Pausen, auf Begehung meines Arbeitsplatzes und einiges mehr. Er kann mich beraten, ob mein Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet ist und wie man ihn verbessern könnte.

 

Rheumatische Erkrankungen

Ein Viertel der Bevölkerung – rund 20 Millionen Menschen – leidet in Deutschland an Gelenkbeschwerden. Typische Anzeichen dafür sind Schmerzen und Steifheit in Muskeln, Gelenken oder Wirbelsäule, geschwollene Gelenke und Gliedmaßen, Entzündungen der Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeutel.

Eine frühzeitige Diagnose und eine gezielte Behandlung können den Verlauf vieler entzündlicher Verschleißerkrankungen in den Gelenken und Weichteilen deutlich verlangsamen, die Beschwerden lindern und den Betroffenen viel Leid ersparen

 

Bewegungsapparat:/Knochen

Welche Aufgaben und Funktionen hat der Knochen?

Wozu überhaupt Knochen?

Knochen erfüllen eine Reihe von wichtigen Funktionen im Körper. Sie bilden unser Skelett und sorgen für die nötige Stabilität, ohne dabei übermäßig schwer zu sein.

  • Ihre Aufgaben im Organismus sind vielfältig:
  • Gerüst für die Weichteilgewebe
  • Schutz der inneren Organe
  • Ansatzpunkte für viele Skelettmuskeln
  • Speicherort von Mineralien, insbesondere Kalzium und Phosphor; Freisetzung bei Bedarf
  • Bildungsort von Blutzellen (rotes Knochenmark)
  • Energiereserve (fettreiches gelbes Knochenmark)

Woraus bestehen die Knochen?

Knochen bzw. das Knochengewebe bestehen unter anderem aus verschiedenen Zellen. Die Zellen des Knochengewebes sind verantwortlich für die Knochenbildung sowie für den Knochenabbau und -umbau.

Man unterscheidet drei Arten von Knochenzellen:

Die Osteoblasten bauen die so genannte Knochenmatrix, die Keimschicht des Knochen, auf. Sie sind also die Knochenbildungszellen. Von ihnen stammen außerdem Kollagenfasern und anorganische Salze.

Die Osteozyten transportieren die Nährstoffe durch den Knochen. Sie sitzen in kleinen Knochenzellhöhlen und bilden durch feine Ausläufer ein Kontakt- und Transportnetz.

Die Osteoklasten schließlich bestehen aus Riesenzellen mit mehreren Zellkernen und sind für den Abbau von Knochengewebe zuständig.

Die Knochenkeimschicht (Knochenmatrix) besteht aus Wasser, Eiweißfasern und Mineralien. Der wichtigste mineralische Bestandteil des Knochens ist das Kalziumphosphat.

Kalziumphosphat liegt im Knochen in Kristallform als so genanntes Hydroxylapatit vor. Bei verschleißbedingten (der Arzt nennt dies degenerativ) Gelenkerkrankungen bilden sich diese Kristalle auch in Geweben, die normalerweise nicht verknöchern (z.B. im Gelenkknorpel).

Das Kollagen in der Knochenmatrix verleiht dem Knochen Zugfestigkeit und macht das Knochengewebe weniger spröde, ganz im Gegensatz zu anderen Materialien auf Kalziumbasis ohne Kollagen wie z.B. Eierschalen.

Das Kollagen im Knochen spielt auch eine entscheidende Rolle für die Mineralisierung des Knochens, da sich die Mineralsalze in den Zwischenräumen der Kollagenfasern ablagern und dort aushärten.

 

Knochenbildung und – Knochenabbau

Die Knochen werden im Laufe der Entwicklung auf zwei verschiedenen Wegen gebildet.

Zellen im Bindegewebe des Embryo, also vor der Geburt, bilden eine Matrix aus Knorpel, die dann allmählich durch Knochen ersetzt wird.

Manchmal werden Knochen auch direkt gebildet, also ohne knorpeliges Zwischenstadium. Dies ist z.B. bei den Deckknochen des Schädeldaches der Fall.

Auch beim Erwachsenen wird altes Knochengewebe ständig abgebaut (Osteoklasten) und durch neues Knochengewebe ersetzt. Dieser Umbauprozess findet in verschiedenen Teilen des Körpers mit unterschiedlicher Geschwindigkeit statt.

 

Wichtig!

Zwischen Knochenabbau – und – Neubildung besteht ein empfindliches Gleichgewicht. Ist dieses Gleichgewicht gestört, ergeben sich erhebliche Komplikationen.

Wenn z.B. zu viel neuer Knochen gebildet wird, werden die Knochen ungewöhnlich dick und schwer. Durch übermäßige Einlagerung von Mineralien können sich Höcker ausbilden und die Beweglichkeit der Gelenke einschränken (z.B. bei Osteoarthrose).

Umgekehrt kann auch übermäßiger Knochenabbau zu Komplikationen führen, wie das Beispiel der rheumatoiden Arthritis , auch chronischen Polyarthritis (CP) genannt, zeigt.

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