Vorsorge / Rehabilitation

Die Anwendungen der Physiotherapie -Allgemein-

Was ist Physiotherapie? 
Physiotherapie ist die äußerliche Anwendung von Heilmitteln. Sie orientiert sich bei der Behandlung sowohl an den natürlichen chemischen und physikalischen Reizen der Umwelt (Wärme, Kälte, Druck, Strahlung, Elektrizität …) als auch an den anatomischen und physiologischen Gegebenheiten des Patienten. Dabei zielt die Behandlung auf natürliche, physiologische Reaktionen des Organismus (z. B. Muskelaufbau, Stoffwechselanregung) zur Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der Gesundheit. Anwendungen sind z. B. Krankengymnastik als Einzel-, oder Gruppentherapie, Massagen(Klassische Massage, Bindegewebsmassage, Periostmassage, Reflexzonenmassage, Colonmassage), Thermotherapie(Wärme- und Kältetherapie in verschiedenster Form), Atemtherapie, Bewegungsbäder, Rückenschule… Die Physiotherapie besteht aus diversen Behandlungstechniken, wie z.B.: Manuelle Therapie, Funktionelle Bewegungslehre(FBL), PNF, Vojta, Bobath Konzept.

Die Grundidee und Wirkungsweise der Lymphdrainage

Das Lympfgefäßsystem besteht anders als das Blutgefäßsystem nur aus einem Halbkreislauf.Es beginnt mit sehr kleinen Lymphgefäßen, den sogenannten Lymphkappilaren, die unter anderem überflüssiges Gewebewasser und darin gelöste Eiweiße (sog.lymphpflichtige Lasten)aus den Räumen zwischen unseren Körperzellen gewissemaßen aussaugen. Tatsächlich ist der deutsche Name für Lymphgefäß auch Saugader. Lymphgefäße besitzen Klappen und eine wandständige Muskulatur mit deren Hilfe der Gefäßinhalt von einem Klappensegment zum nächsten aktiv weitergepumpt wird.Die Lymphgefäße enden letztlich in Venen,also in das Blutgefäßsystem.
Zuvor durchläuft die Lymphe aber eine wichtige Filterstation : die Lymphknoten. Müssen nun z.B. im Rahmen einer Brustkrebs-OP, Lymphknoten entfernt werden, kann es zum Rückstau der Lymphe bis in den Zwischenzellenraum kommen. Es ensteht ein Lymph-Ödem, in unserem Beispiel ein sekundäres Armlymphödem. Bei unsachgemäßer oder außbleibender Behandlung kommt es zwangsläufig zur Verschlechterung des Zustandes, was sich bei zunehmender Vergrößerung und Verhärtung der gestauten Extremität ( Arm ) manifestiert. Mit Hilfe der KPE (Komplexe physikalische Entstauungstherapie) versucht man das Ödem so gut als möglich zu beseitigen und die Lymphgefäße in ihrer Arbeit zu unterstützen. Die manuelle Lymphdrainage (ML) ist eine Massageform mit einer besonderen, sehr weichen und vorsichtigen Grifftechnik, welche die Lymphgefäße zur Mehrarbeit anregt und das Ödem in Abflußrichtung verschiebt. Entscheident ist das die ML immer in angrenzenden und gesunden Gebieten beginnen muss denn man will ja die erkrankten Gebiete und nicht zusätzlich belasten. Daher können und dürfen auch nur ausgebildete Therapeuten mit einer Zusatzqualifikation in man.Lymphdrainage/Oedemtherapie und KPE dieses Krankheitsbild therapieren.

Beispiel :
Die Behandlung eines Armlymphödems nach einer Brustkrebs-OP oder einer anderen Erkrankung des Lymphsyste`s beginnt in der Regel bei den Lymphknoten der gegenüberliegenden Seite! Erst nach der Vorbereitung der gegenüberliegenden Brust gelangt man an den dicken Arm, an dem die Behandlung im Schulterbereich beginnt und an den Fingern endet.
Mit der ML alleine gelingt allerdings oftmals keine erfolgreiche Entstauung. Diese ist nur optimal möglich im Zusammenwirken mit einer gründlichen Hautpflege, einer nach der ML erfolgten und angelegten Kompressionsbandage nach Maß, die das zurücklaufen der Flüssigkeit verhindert, sowie anschließend durchgeführte Bewegunsübungen !

Patienten die bisher noch nicht wegen ihres Ödems behandelt wurden und bei denen sich nach einiger Zeit nach erfolgreicher Behandlung wieder eine Verschlechterung des Ödems eingestellt hat, sollte über 2-5 Wochen je nach Schweregrad des Ödems täglich behandelt werden. Auch die nach der Behandlung angelegte Kompressionsbandage muß in diesem Zeitraum ständig getragen werden.Sollte dieses aus privaten oder beruflichen Gründen nicht möglich sein, oder ist das Ödem sehr ausgeprägt, empfiehlt sich für die Durchführung unbedingt die Einweisung in eine Fachklinik für Lymphologie!

Sekundäre Lymphödeme:
am häufigsten sind Lymphödeme die nach Entfernung von Lymphknoten im Rahmen einer Krebstherapie entfernt werden mussten ( Arm-,Bein.-Kopflymphödem). Aber auch Unfallbedingte Verletzungen können später zu einem Lymphödem führen !

Primäre Lymphödeme:
hier sind die Lymphgefäße von Geburt an erkrankt, das Lymphödem kann sich aber auch sehr viel später im fortgeschrittenem Alter erst zeigen oder für immer unerkannt sein.

Veneninsuffizienz:
wenn dicke Beine z.B. mit erkrankten Venen (chronisch venöse Insuffizienz) auftreten und auch über Nacht trotz Hochlagerung der Beine die Ödeme nicht verschwinden, sollte die ML als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung, sowie die Kompressionstherapie als sinnvolle Begleitbehandlung verordnet und eingesetzt werden.

Weitere Indikationen:
Aber auch wenn der Arzt / die Ärztin ein Lipödem, eine lymphatische Encephalopathie, zyklisch-idiopatisches oder ein posttraumatisches Ödem, eine progressive systematische Sclerodermie, Ödeme bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises oder einen Morbus Sudeck bei Ihnen diagnostiziert hat, kann die ML-KPE als zusätzliche und begleitende Therapiemaßnahme verordnet werden.
Wenn sie noch weitere Fragen an uns zur man.Lymphdrainage oder der komplexen Entstauungstherapie haben, beantworten wir ihnen diese gerne telefonisch oder per
E-Mail ! Dieses ist eine Info für unsere Patienten zur Verordnung der manuellen Lymphdrainage.

 

Die Muskulatur und das Bindegewebe/Skelettmuskeln

Skelettmuskel
Die Skelettmuskulatur macht beim Menschen etwa 40 bis 50 % des gesamten Körpergewichts aus. Muskeln sind dazu fähig, sich zusammenzuziehen und auch wieder zu erschlaffen. Sie erfüllen verschiedene wichtige Aufgaben, z.B. ermöglichen sie die Bewegung.

Die Muskeln des aktiven Bewegungsapparates bestehen aus den so genannten quergestreiften Muskelzellen. Diese Muskeln sind willkürlich steuerbar und können bewusst entspannt (Relaxation) und angespannt werden (Kontraktion).

Bindegewebe
Außer den Muskelzellen enthält der Skelettmuskel auch faseriges (fibröses) Bindegewebe, das den gesamten Muskel umgibt und jedes einzelne Muskelfaserbündel umhüllt. Das Bindegewebe verbindet außerdem den Muskel mit anderen Geweben.

Im Bindegewebe findet sowohl der Stoffaustausch zwischen Zellen und Blut als auch die Kommunikation der Zellen mit dem Nervensystem statt, es dient sozusagen als Regulator.

Ein gestörtes Bindegewebe beeinträchtigt das Immun-, Nerven- und Hormonsystem. Das Beispiel der rheumatoiden Arthritis zeigt wie eine Störung im Bindegewebe auch die Beziehung zum Immunsystem verändert und daraus verschiedene Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises entstehen können.

Auch die Sehnen bestehen aus Strängen dichten Bindegewebes, mit denen die Muskeln an den Knochen angeheftet sind. Manche Sehnen, insbesondere an den Hand- und den Knöchelgelenken, sind in so genannte Sehnenscheiden eingeschlossen, die in ihrer Struktur den Schleimbeuteln ähneln und deren Innenfläche mit einem Film aus Gelenkflüssigkeit überzogen ist. Die Sehnenscheiden vermindern die Reibung beim Hin- und Hergleiten der Sehnen.

Wie funktioniert die Muskelbewegung?
Die Skelettmuskeln ermöglichen Bewegungen, indem ihre Kraft über die Sehnen auf Knochen oder andere Strukturen übertragen wird. In der Regel überquert ein Muskel mindestens ein Gelenk, und er ist an den Knochen befestigt, die das Gelenk bilden.

So beginnt z.B. der Bizeps am Oberarmknochen und überquert das Ellenbogengelenk, um dann an der Speiche, dem auf der Daumenseite liegenden Unterarmknochen, anzusetzen.

Wenn sich ein Muskel zusammenzieht, bewegt er die Knochen relativ zueinander. Wenn sich also der Bizepsmuskel zusammenzieht, wird die Speiche zum Oberarmknochen gezogen. Der Knochen, der sich bewegt — in diesem Falle die Speiche — wirkt als Hebel mit dem Ellenbogengelenk als Drehpunkt

Muskelbewegung 
Bei fast allen Bewegungen arbeiten Skelettmuskeln gruppenweise zusammen und nicht einzeln.

Wie an den meisten anderen Gelenken sind die Skelettmuskeln auch am Ellenbogengelenk paarweise angeordnet. Das Muskelpaar bewirkt entgegengesetzte Bewegungen, je nachdem welcher der beiden Muskeln sich zusammenzieht bzw. entspannt.

Beugung und Streckung
Wenn sich z.B. der Bizeps zusammenzieht und der Unterarm im Ellenbogengelenk gebeugt wird, entspannt sich der Trizeps, der auf der gegenüberliegenden Seite des Oberarmknochens verläuft.

Diese Art der Bewegung, bei der der Winkel zwischen den tätigen Knochen abnimmt, wird als Beugung (Flexion) bezeichnet.

Bei der entgegengesetzten Bewegung – der Arm streckt sich – zieht sich der Trizeps zusammen, während der Bizeps sich entspannt. Hier wird der Winkel zwischen den betroffenen Knochen größer: Diese Bewegung heißt Streckung (Extension).

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